Muay Thai Prüfungsordnung

Muay Thai Prüfungsordnung

ANLAGE 5: PRÜFUNGS- UND AUSBILDUNGSORDNUNG

Fachbereich: Muay Thai (Thaiboxen) – Qualifikation zur Lehrkraft

Präambel Die vorliegende Prüfungs- und Ausbildungsordnung definiert die methodischen und didaktischen Standards für die Lehrerausbildung im Muay Thai. Das Curriculum orientiert sich an den traditionellen internationalen Standards (Khan-System), wurde jedoch als eigenständiges, berufsbildendes Ausbildungskonzept der Sportschule Asia pädagogisch aufbereitet. Neben der intensiven körperlichen Ausbildung in den traditionellen und modernen Techniken (Mae Mai, Luk Mai) liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Trainingslehre, der Verletzungsprävention und der methodischen Heranführung an die professionelle Lehrtätigkeit.

1. Struktur der Ausbildungsgänge (Khan-Stufensystem) Das Ausbildungsprogramm gliedert sich in 15 systematisch aufeinander aufbauende Stufen (Khan), die mit definierten Mindestwartezeiten und spezifischen Lernzielen verbunden sind:

  • Zulassungsvoraussetzungen: Die Ausbildung zur Lehrkraft erfordert gesundheitliche Eignung. Vor der Zulassung zur finalen Lehrerprüfung (ab dem 10. Khan) ist zur Qualitätssicherung und zum Schutz von Minderjährigen im Training ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintragungen vorzulegen.

  • Unterstufe (1. bis 3. Khan): Vermittlung der motorischen Grundlagen. Fokus auf korrekte Kampfstellung (Jod Muay), Fortbewegung (Yam Sam Kum), Basis-Angriffe mit Faust (Mhad), Tritt (Teh, Teep), Knie (Khaow) und Ellbogen (Sok) sowie die Fallschule. Die Mindestwartezeit beträgt hier jeweils 3 Monate pro Stufe.

  • Mittelstufe (4. bis 6. Khan): Einführung in die komplexe Nahdistanz und den Clinch (Plam, Kod Rad). Schulung von Kombinationen (Pahsom), fortgeschrittenen Techniken sowie Partner-Sparring (Som Kooh) und Verteidigung gegen unbewaffnete/bewaffnete Angriffe. Die Mindestwartezeit beträgt jeweils 4 Monate pro Stufe.

  • Oberstufe (7. bis 9. Khan): Vorbereitung auf die Assistenzlehrertätigkeit. Vertiefung der Lehrinhalte durch freies Sparring, Einführung in die traditionellen Regenerationsmaßnahmen (Sportmassage) und erste Erstellung von Trainingsplänen für den Nachwuchs. Die Mindestwartezeit beträgt jeweils 5 Monate pro Stufe.

  • Meisterstufe und Lehrbefähigung (10. bis 13. Khan): Mit Erreichen des 10. Khans (zusätzliche 6 Monate Wartezeit) und dem Bestehen der pädagogischen Prüfungen erlangt der Absolvent die offizielle Berechtigung, selbstständig Unterricht zu erteilen und Schüler bis zum 9. Khan auszubilden. Die Stufen 11 bis 13 umfassen erweiterte Prüfer- und Ausbilderlizenzen der Sportschule Asia. (Hinweis: Die Stufen 14 und 15 sind Ehren-Grade für außergewöhnliche sportliche oder pädagogische Lebensleistungen).

2. Zentrale Prüfungselemente (Qualifikation zur Lehrbefähigung) Die Zertifizierung zur vollwertigen Lehrkraft (ab dem 10. Khan) erfordert den erfolgreichen Abschluss in folgenden vier Prüfungssäulen:

  • Fachpraktische Prüfung (Technik): Fehlerfreie Demonstration von Angriff, Verteidigung und Konter (Jomtee, Pongkan, Tobtoh) an der Pratze (Loh Paow) und am Partner. Hierzu gehören komplexe Kombinationen aller Körperwaffen sowie Würfe und Grappling-Arbeit im Muay-Thai-Clinch.

  • Situative Anwendung und Selbstverteidigung: Freies Sparring (Som Kooh) mit wechselnden Partnern über mehrere Runden in Offensiv- und Defensiv-Szenarien sowie die Demonstration von effektiven Selbstverteidigungstechniken (Pongkan Tua) im Rahmen der Notwehrgesetzgebung.

  • Fachdidaktische Lehrprobe (Unterrichtsnachweis): Die Anwärter müssen nachweisen, dass sie zielgruppenspezifische Trainingspläne erstellen können (differenziert nach Kindern, Jugendlichen, Breiten- und Wettkampfsportlern). Die Prüfung umfasst die selbstständige Planung und Durchführung einer 45-minütigen Unterrichtseinheit inkl. methodischer Fehlerkorrektur bei den Schülern.

  • Fachtheoretische Prüfung: Fundiertes Wissen über die Geschichte und Tradition des Muay Thai (inkl. Wai Kru), das Regelwerk für Wettkämpfe, Trainingslehre sowie die theoretischen und praktischen Grundlagen der Regeneration und Sportgesundheit (basierend auf traditioneller Nuad Phaen Thai-Methodik zur Verletzungsprävention).

3. Pädagogische, administrative und gesundheitliche Grundsätze Um den Vorgaben als anerkannte Bildungseinrichtung zu entsprechen, gelten strenge Qualitätssicherungsmaßnahmen:

  • Gesundheit und Prävention: Das Training ist zwingend auf die Gesunderhaltung der Auszubildenden auszurichten. Die Integration von fundierten Regenerationsmaßnahmen in das Curriculum dient der aktiven Verletzungsprävention und ist elementarer Bestandteil der Trainer-Ausbildung.

  • Inklusion und Differenzierung: Die Intensität der Technikausführung und des Sparrings ist stets an die individuellen physischen und altersbedingten Voraussetzungen anzupassen.

  • Prüfungsautorität: Die Abnahme der Meister- und Lehrergrade (ab dem 10. Khan) erfolgt ausschließlich durch lizenzierte Prüfungskommissionen der Sportschule Asia (Mindestgraduierung der Prüfer: 13. Khan). Dies gewährleistet eine gleichbleibend hohe und unabhängige Qualität der Berufsausbildung.